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FC Eldagsen verstärkt sich mit Howind und Padial - Düring und Ohlendorf wechseln

Der FC Eldagsen bastelt in der Corona-Pause weiter am Kader für die Landesliga Süd. Während Tobias Düring (SV Altenhagen) und Ben Ohlendorf (Ziel unbekannt) den Verein verlassen, stoßen Patric-Ruben Howind (TSV Gestorf) und Sandro-José Padial (SSV Elze) neu zum Team.

Beim Laufen für den guten Zweck biegt der FC Eldagsen auf die Zielgerade ein. Im Hintergrund basteln die Verantwortlichen derweil weiter am Kader, damit dieser auch nach der Corona-Zwangspause in der Landesliga Süd eine gute Rolle spielt. Zwei Wechsel in jede Richtung kann Manager Sebastian Westenfeld vermelden. Während Tobias Dürings Engagement an der Hindenburgallee mit einem halben Jahr nicht mehr als eine Stippvisite war – der Ersatztorhüter kehrt zum SV Altenhagen zurück – geht mit Ben Ohlendorf ein Mann von Bord, der schon für die FCE-Junioren aufgelaufen war. „Beide haben zwar keine Pflichtspielminute auf dem Platz verbracht, aber zum Teamerfolg beigetragen“, verbleibt Westenfeld mit den besten Wünschen.

"Gestorfer Urgestein" für den FC Eldagsen

Die beiden frei gewordenen Trikots müssen indes nicht gewaschen und geplättet ungenutzt im Ausrüstungskoffer verstaut werden. Denn für beide Hemden gibt es neue Abnehmer. Auf der Torwartposition wird ab sofort Patric-Ruben Howind den Dreikampf mit Nummer eins Marcel Bürst und dessen Stellvertreter Alexander Gut­sche aufnehmen. „Er war schon länger im Blickfeld unseres Trainerteams“, verrät Westenfeld. Der Schlussmann kommt von dort, wohin es Düring nun zieht: 1. Kreisklasse 5. Er war Kapitän des TSV Ges­torf und verpasste keine Minute der bisherigen sieben Saisonspiele. „Seine sportlichen und menschlichen Qualitäten haben ihn für uns interessant gemacht“, sagt Westenfeld, der Howind als „Gestorfer Urgestein“ bezeichnet.

Kilometer sammeln für den Regenwald

Neuzugang Nummer zwei ging bislang für den SSV Elze auf Torejagd. „Sandro-José Padial soll in der Offensive eine Alternative zum bewährten Personal werden“, sagt Westenfeld. Der 19-Jährige kommt mit der Empfehlung von drei Saisontreffern in der Kreisliga Hildesheim nach Eldagsen und hat vor dem Lockdown schon unter Trainer Holger Gehrmann bei seinem neuen Verein mittrainiert. Überhaupt unterstützen Padial und Howind ihre neuen Kollegen bereits kräftig und sammeln Kilometer für den Erhalt des Regenwaldes. Am 23. November, dem letzten Meilenstein vor Ende der Charity-Aktion, hatte das gelb-schwarze Kollektiv 1481 der angestrebten 2000 Kilometer zurückgelegt.

Lokalteil HAZ, 28.11.2020 

Auffallend unauffällig

Jan Pinkerneil vom FC Eldagsen ist ein wahrer Aufstiegsexperte, doch jetzt erscheint die Liga passend

Im Mai 2016 hat Jan Pinkerneil noch in der 3. Kreisklasse gespielt. Nur etwas mehr als drei Jahre später wurde er am ersten Spieltag der Saison 2019/2020 für Felix Groth eingewechselt und gab im Trikot des FC Eldagsen sein Landesligadebüt beim TSV Pattensen. Fünf Spielklassen binnen 38 Monaten hochgehüpft, das muss man erst mal hinkriegen. Doch der blonde Mittelfeldspieler nahm die Hürden fast spielerisch – und durfte sich nach zwei Aufstiegen mit dem SC Völksen, für den er während seines Elektrotechnikstudiums in Berlin als Wochenendpendler gekickt hatte, dem Wechsel im Jahr 2018 zum Nachbarn nach Eldagsen und der dortigen Bezirksliga-Meisterschaft nun also Landesligaspieler nennen.

Doch mit dem Sprung von der Bezirksliga eine Etage höher tat er sich anfangs schwer. „Dieser Step war schon groß“, sagt er im Rückblick. Und nachdem für den im kleinen Springer Ortsteil Holtensen – im Bambinialter kickte er bereits für seinen heutigen Klub – aufgewachsenen Pinkerneil im ersten FCE-Männerjahr quasi alles nach Plan verlaufen war, saß er nun doch so manches Mal draußen. „Da war ich im Leistungstief“, gibt er zu. Zu allem Überfluss brach er sich im Skiurlaub auch noch den Knöchel – das zweite Eldagser Jahr bleibt für den Defensivmann nicht unbedingt in bester Erinnerung. „Doch die erste Corona-Pause habe ich dann genutzt, um mich in Ruhe aus meiner Verletzung rauszukämpfen und alles daranzusetzen, fitter wieder zurückzukommen“, sagt Pinkerneil, der in Lehrte als Fachingenieur arbeitet.

Seit Sommer ist er runderneuert wieder da. Jan Pinkerneil 2.0. Nachdem er die erste Saisonpartie (0:5-Pleite beim VfR Evesen) noch als Rechtsverteidiger bestritten hatte – diese Position war seit Jan Flügges Abgang zum 1. FC Germania Egestorf/Langreder vakant – ist er zurück auf seiner angestammten Sechserposition. Als alleiniger defensiver Mittelfeldspieler ist der 27-Jährige seit Spieltag zwei im 4-1-4-1 von Coach Holger Gehrmann gesetzt – und für Sebastian Mende nicht weniger als der Spieler, „der bei uns im Schnitt die besten Leistungen gebracht hat“.

Fast ein Ritterschlag vom Kapitän – das wird nicht nur daran liegen, dass Pinkerneil, Mende und Rune Flohr eine Fahrgemeinschaft aus der hannoverschen Südstadt bilden. 30 Kilometer einfache Fahrt an den Deister – eine Gurkerei, die sich laut Pinkerneil aber definitiv lohnt. „Das Gesamtpaket FC Eldagsen ist einfach stimmig“, sagt er fast etwas schwärmerisch. Da spielt einer für seinen Lieblingsverein. „Es macht Freude in dieser Mannschaft. Ich nehme den Weg gerne auf mich, weil ich weiß, was ich wiederbekomme.“

„Unser Mister Zuverlässig“

Worte, die sein Trainer gern hört. „Jan ist als Typ angenehm gerade und keiner, der groß auffallen will. Ich tausche mich gern mit ihm aus“, lobt Gehrmann. „Sein Wort hat Gewicht in der Kabine.“ Nicht umsonst wurde Pinkerneil von seinen Kollegen in den Mannschaftsrat gewählt. „Als Spieler ist er wiederum recht auffällig“, fährt der Trainer fort. „Er ist unser Mister Zuverlässig, weil er seine anfänglichen Fehler beim ersten Kontakt abgestellt hat und nur das macht, was er auch beherrscht.“

Nur einmal ging es mit Pinkerneil durch. In der Bezirksliga gegen BW Salzhemmendorf (6:1) köpfte er nach einer Ecke ein. Sein bislang einziges Tor im gelben Dress. „Und er ist wirklich kein Kopfballungeheuer“, hatte Gehrmann seinerzeit gefrotzelt. Was Pinkerneil lachend bestätigt – und allgemein seine Torgefährlichkeit als maximal durchschnittlich einstuft. „Für die Positionen vorn haben wir andere Spielertypen“, sagt er ehrlich. „Meinen nächsten Treffer hebe ich mir auf – für den entscheidenden Moment, in dem wir uns die Teilnahme an der Aufstiegsrunde sichern.“ Wetten, dass? „Bislang habe ich bei Torwetten leider am Ende immer gezahlt“, sagt Pinkerneil schmunzelnd.

Die Aufstiegsrunde als Ziel also – offenbar soll demnach also sein sechster Klassensprung folgen. „Nein!“, interveniert Pinkerneil sogleich. „Ich weiß recht genau, was ich kann. Landesliga kann ich ganz gut spielen. Noch höher ist definitiv nicht mein Anspruch.“ Das Erreichen der Aufstiegsrunde sei schlicht der nervenschonendste Weg, die Klasse zu halten. Und als Vierter mit einer positiven Bilanz (vier Siege, ein Remis, drei Niederlagen) könnten die Chancen schlechter stehen.

Lokalteil HAZ, 12.11.2020

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